| Eine Welt erleben
ist der Leitsatz des eine-welt-engagement e.v. Gegründet wurde der Verein an der Anne-Frank-Gesamtschule in Düren - Mariaweiler. Als Projekt der Schulseelsorge wurde der Laden „Kunterbunt“ 1992 aus der Taufe gehoben. Zunächst wollte man den Fairen Handel unterstützen und damit die gerechte Entlohnung der kleinen Hersteller und Produzenten in Afrika, Lateinamerika und Asien fördern. Produkte wie Kaffee, Tee, Kakao und ihre Endprodukte, etwas Kunsthandwerk und Materialien für den Schulbedarf wurden verkauft. Damit erwirtschafteten die Schüler/innen einen Gewinn und nebenbei wurde so eine gute Unternehmensführung gelernt. 1995 wurde mit Hilfe von MISEREOR ein Projekt gefunden, dass finanziell unterstützt wurde. Schülerinnen und Schüler knüpften nun auf Englisch durch Briefe erste Kontakte nach Sambia.
Projekte und Kontakte spornten an und bald waren viele neugierig auf das Partnerland. Erste Besuche und damit verbunden erste Ideen, eine gemeinsame Partnerschaft zu entwickeln, kamen auf. So vor allem die Idee, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, eine ganz andere Kultur zu erleben. Der Soziale Dienst für Frieden und Versöhnung (SDFV) war die Lösung. Es wurde überlegt, geplant und 1997 konnten die ersten beiden deutschen Freiwilligen ein Jahr mit sambischen Jugendlichen leben und arbeiten. Viel musste erprobt, verändert und überdacht werden. Die Idee aber hat sich als richtig erwiesen. Ein konsequenter und logischer Schritt der gemeinsamen Partnerschaft war in 2000 der erste Einsatz von sambischen Freiwilligen in Düren.
Mitglieder des Vereins arbeiten in verschiedenen Projekten und Arbeitsgruppen mit. Neben der Vertretung im Sachausschuss Eine Welt der Region Düren und im Arbeitskreis Eine Welt der lokalen Agenda 21 in Düren setzen die Vertretung im Trägerkreis des SDFV im Bistum Aachen sowie die Mitarbeit bei der Gestaltung der Halle 8 auf dem Dürener Maimarkt wichtige Akzente. Mittlerweile unterstützen mehr als 140 Einzelpersonen, Familien oder Firmen, weit über die Schule hinaus, den Verein durch ihre Mitgliedschaft. Bisher hat sich das Engagement des ewe stetig weiterentwickelt. So wurde 2002 mit dem Sachausschuss Kornelimünster ein erster Kooperationspartner gewonnen. Ebenfalls wurde im September 2002 der Fair-Art-Shop im Leopold-Hoesch-Museum eröffnet, in 2004 folgte die FairKaufstelle in der Vitaminkiste in Düren-Lendersdorf. Weitere Kooperationen taten sich auf: fair handeln e.V. aus Alsdorf für die fairreisen-Touren, RegioÖl / P.R.O. e.V. Eschweiler mit dem Projekt lmühle im Landwirtschaftsprojekt Chikuni, und der kleine ewe, der sich an der Anne-Frank-Gesamtschule neu gebildet hat.
Viele im Verein haben die Erfahrung gemacht, dass durch ihr Engagement die Welt ein wenig fairer und gerechter werden kann. Bei aller Anstrengung macht die Arbeit dennoch Spaß. Das Motto „eine Welt erleben“ verdeutlicht dies. Die Arbeit und das Erscheinungsbild des Vereins konzentrieren sich auf vier zentrale Aufgaben:
- Austausch mit Sambia (SDFV)
Im Zusammenhang mit dem Sozialen Dienst für Frieden und Versöhnung taucht oft das Wort Partnerschaft auf. Der ewe assoziiert damit Gleichberechtigung, Gegenseitigkeit, Geben und Nehmen, persönlichen Kontakt sowie Brücken schlagen, die den Weg zueinander über räumliche Distanz und kulturelle Verschiedenheit hinweg möglich macht. Im Zusammenhang der Entwicklungsarbeit werden üblicherweise Fachleute und Experten als „Entwicklungshelfer“ in den Süden entsandt, die mit Geld im Hintergrund Hilfe bringen, die oft Abhängigkeiten schaffen und den Menschen vor Ort vermitteln: Die im Norden wissen, was gut für uns im Süden ist. Genau das will der ewe mit der Entsendung junger Menschen aufbrechen. Diese sind nach dem Abitur oder der Lehre keine Experten und haben für ihre Arbeit kein Geld im Hintergrund, sie gehen meist ohne Beruf oder besonderes Wissen und Können. Sie gehen als das, was sie sind: junge, neugierige, lernbereite und offene Menschen, die das Leben und den Alltag in Sambia kennenlernen wollen. Sie wollen Erfahrungen sammeln und dort mithelfen, wo sie gebraucht werden. Hilfe bedeutet hier: „Hilf mir zu verstehen, wie du bist und wie du lebst.“ Mit den gleichen Zielen lädt unser Verein junge Menschen aus Sambia ein. Sie können uns helfen, einen anderen Blick auf Sambia zugewinnen, Vorstellungen und Bilder neu zu überdenken und zu verändern. Sie könne aktiv in Düren und Umgebung helfen, dass Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit zu Fremdworten werden. Partnerschaft wird vom ewe und seinen sambischen Partnern verstanden als Brücke, auf der ein gemeinsames Hin- und Hergehen möglich ist. Mittlerweile sind über 20 deutsche Jugendliche (viele aus dem Kreis Düren und der Umgebung) zu einem Sozialen Jahr für Frieden und Versöhnung für 12 bis 15 Monate in Sambia gewesen. Von August 2000 bis Juli 2001 waren zum ersten Mal zwei junge Erwachsene aus der Diözese Monze zu einem einjährigen Friedensdienst in Düren.
- Förderung von Projekten in Sambia
1995 hat der ewe begonnen, in Sambia Projekte - speziell Jugendprojekte - finanziell zu unterstützen. In Absprache mit Misereor wurde zunächst ein Ausbildungsprojekt für Lederverarbeitung unterstützt, in dem einheimische Fachkräfte jungen Frauen und Männern zu einem eigenständigen beruflichen Auskommen verholfen haben. Nach diesem größeren Projekt beschloss der ewe auf Anregung der sambischen Partner, ab 1999 nur noch Zuschüsse kleineren, von sambischen Gruppen und Pfarren finanzierten Projekten zukommen zu lassen. Wichtig ist uns die Absprache mit den Verantwortlichen in der Diözese Monze. So werden Projekte möglichst nicht dort unterstützt, wo deutsche Freiwillige im Einsatz sind. Interessant ist die Rückmeldung, dass die Pfarren sich eher für den Einsatz eines Freiwilligen entscheiden, als für finanzielle Zuschüsse ihrer Projekte. Der Einsatz von Freiwilligen habe eine längerfristige, positive Wirkung auf die Jugendlichen in den Gemeinden, als anonyme finanzielle Unterstützung.
- Fairer Handel
Nach wie vor haben der Faire Handel und damit die Eine-Welt-Läden und FairKaufstellen eine besondere Bedeutung für die Arbeit des Vereins. Alle Produkte werden aus Fairem Handel und aus Partnerschaftsprojekten in Monze bezogen. Das Schreibwarenangebot umfasst Umweltschutzprodukte, die - wie auch Solarbausätze und ökologische Produkte - aus kleinen deutschen Betrieben kommen. Weiterhin sind in den Laden Korkensammelstationen vorhanden. Die Korken werden zu Korkgranulat verarbeitet, das als ökologisches Dämm- und Füllmaterial dient. Schon früh (1994) war es den eine-welt-engagierten wichtig, auch dorthin zu gehen, wo die Menschen sind, die ansonsten mit dem Fairen Handel nicht unbedingt in Berührung kommen. Also raus aus Schule und hin zum Dürener Maimarkt, zum Dürener Weihnachtsmarkt, zu den Ökotechtagen, zur EUREGIO in Aachen und zu vielen anderen kleinen und großen Veranstaltungen.
- Bewusstseinsarbeit
Das vierte Standbein des ewe ist die Bildungsarbeit, die durch die Außenaktionen, durch Ausstellungen, Vorträge und insbesondere durch die Druck- und Onlinemedien geleistet wird. Das ursprünglich schwarz-weiße, 8seitige Mitgliederblättchen ewe-aktuell (1998) hat sich zu einer 16seitigen bunten Zeitschrift entwickelt, die fünf mal im Jahr erscheint. Die Auflage beträgt je nach Anlass zwischen 900 und 1.200 Exemplaren; ca. 600 gehen an regelmäßige Leser/innen. Viele Menschen, auch Nichtmitglieder, verfolgen mit Spannung die Berichte der Freiwilligen und die Neuerungen im Verein. Zu Aktionen werden Rückblicke beschrieben und ehemalige Freiwillige schreiben über ihre Rückkehr und ihren Wiedereinstieg in die deutsche Kultur. In jeder Ausgabe darf auch ein Beitrag zur sambischen Kultur nicht fehlen. Weiterhin werden Informationen aus dem Fairen Handel und aus dem Eine-Welt-Bereich aufgegriffen. Innen- und Außensichten auf den ewe runden das Bild ab. Die Zeitschrift trägt sich vor allem durch die Werbung von Firmen, die z.T. den ewe schon seit Jahren unterstützen. Dank gilt hier vielen kleineren und mittelständischen Betrieben in Düren und Umgebung. Die Vereinshomepage entwickelte sich zu einer multimedialen Internetplattform und bietet neben 'normalen' Informationen auch Videos an.
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